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Wissenschaftler
Als Biologe befasse ich mich mit Biodiversitätsforschung. In mehreren mehrmonatigen Forschungsaufenthalten in den Tropen, zum überwiegenden Teil in den südamerikanischen Anden, habe ich mich mit der Entwicklung und der Bedrohung der Artenvielfalt intensiv beschäftigt. In meiner Doktorarbeit habe ich die Systematik der Bomarea (Alstroemeriaceae) untersucht.

Bomarea dulcis aus Peru
Veröffentlichungsliste:
- Hofreiter, A. 2008. A Revision of Bomarea Subgenus Bomarea s.str. Section Multiflorae (Alstroemeriaceae) und ist erschienen in Systematic Botany 33 (4) 2008
- Hofreiter, A. 2004. A new species of Bomarea Mirbel, subgenus Wichuraea (M. Roem.) Baker (Alstroemeriaceae). Feddes Repert. 115: 438--440.
- Hofreiter, A. 2005. The genus Bomarea (Alstroemeriaceae) in Bolivia and southern South America. Harvard Papers in Botany 9(2): 343--374.
- Hofreiter, A. 2006a. Bomarea edulis (Tussac) Herb. A nearly forgotten pre-Columbian cultivated plant and its closest relatives (Alstroemeriaceae). Feddes Repert. 117: 85--95.
- Hofreiter, A. 2006b. Revision of Bomarea Mirb. subgenus Sphaerine (Herb.) Baker (Alstroemeriaceae). Nordic Journal of Botany 24: 117--141.
- Hofreiter, A 2006c. The Bomarea setacea complex (Alstroemeriaceae). Harvard Papers in Botany 11(1): 39-52 .
- Hofreiter, A. 2006d. The identity of the three earliest binomials in Bomarea Mirb. (Alstroemeriaceae). Feddes Repertorium 117(5-6): 389-398.
- Hofreiter, A. 2006e. Leontochir: a Synonym of Bomarea (Alstroemeriaceae). Harvard Papers in Botany 11(1): 53-60.
- Hofreiter, A. 2007. Biogeography and ecology of the Alstroemeriaceae-Luzuriagaceae clade in the high mountain regions of Central and South America. Harvard Papers in Botany 12 (2): 259-284.
- Hofreiter, A. 2008a. Revision of Bomarea Mirb. subgenus Baccata Hofr. (Alstroemeriaceae). Feddes Repertorium 119(1-2): 1-12.
- Hofreiter, A. 2008b. Revision of Bomarea Mirb. subgenus Bomarea s.str. Multiflorae section. (Alstroemeriaceae). Systematic Botany: in press.
- Hofreiter, A. and Lyshede. 2006. Functional leaf anatomy of Bomarea Mirb. (Alstroemeriaceae). Botanical Journal of the Linnean Society 152: 73-90.
- Hofreiter, A., and R. E. Rodríguez. 2005. Distribution and phenology of Bomarea (Alstroemeriaceae) in the relict forests of northwestern Peru. Revistá Biología Peruana 12(2): 275 - 282
- Hofreiter, A., and R. E. Rodríguez. 2004. A new unusual Bomarea species in northern Peru (Alstroemeriaceae). Arnaldoa 11(2): 21-28.
- Hofreiter, A., and R. E. Rodríguez. 2006. The Alstroemeriaceae in Peru and neighbouring areas. Revistá Biología Peruana 13 (1): 1-62.
- Hofreiter, A., and H.-J. Tillich. 2002. The delimitation, ecology, distribution and infrageneric subdivision of Bomarea Mirbel (Alstroemeriaceae). Feddes Repertorium 113: 528-544.
- Hofreiter, A., and H.-J. Tillich. 2003. Revision of the subgenus Wichuraea (M. Roemer) Baker of Bomarea Mirbel (Alstroemeriaceae). Feddes Repertorium 114: 208-239.
Die Gattung Bomarea (Alstroemeriaceae)
Die Familie
der Alstroemeriaceae enthält 2 Gattungen: Alstroemeria
L. (ca. 65 Arten) und Bomarea Mirb. (ca. 110 Arten) Die erste Bomarea-Art
wurde in Chile entdeckt und von Feuillée (1714) als Hemerocallis
beschrieben. Von Linné (1762) wurde sie in den Planta Alströmeria
formal beschrieben. Er nannte sie zu Ehren seines Studenten Claus
Alstroemer (1736 – 1794) Alstroemeria salsilla.
Dumortier (1829) stellte die Familie der Alstroemeriaceae als Teil seiner Iridarieae
mit der Definition: „Fr. simple; 6 étamines; périgone caduc.“ auf.
Die Arten der Gattung Bomarea sind von Mexiko im Norden bis Argentinien/Chile
im Süden verbreitet. Sie sind mit wenigen Ausnahmen auf den Andenraum
und die Gebirgsregion in Mittelamerika beschränkt. Die bedeutendste
Ausnahme ist B. edulis. Sie kommt neben dem Andenraum auch an der
Atlantikküste von Brasilien und sogar auf einigen Inseln in der Karibik
vor. Dieses große Verbreitungsgebiet ist wohl eine Folge davon, dass
B. edulis in früheren Zeiten kultiviert wurde. Die Wurzelknollen
sind essbar.
Die Arten der Gattung Bomarea kommen vom Fuß der Anden bis in Höhen von 5200
m vor.
Von Mooren und Sümpfen abgesehen kann man Bomareen in einer großen Vielzahl von
Habitattypen finden. Sie wachsen in Regenwäldern, Nebelwäldern, Hecken, Blockschutthalden,
der pazifischen Küstenwüste, sogar epiphytisch, auf nährstoffreichen und nährstoffarmen
Substraten es gibt sowohl windende als auch aufrecht wachsende Arten. Manche
windende Arten erweisen sich als sehr anpassungs- und durchsetzungsfähig, in
Neuseeland ist Bomarea multiflora ein problematischer Neophyt.

Bomarea andimarcana aus Peru
Areale und Standorte von Alstroemeria und Bomarea
Alstroemeria erreicht im Osten von Südamerika in Südvenezuela, im Westen in Zentral-Peru ihre nördliche Verbreitungsgrenze, im Süden kommt sie bis Feuerland vor (Aker & Healy 1990). Bomarea kommt von Zentralmexiko im Norden bis Zentralchile/Argentinien im Süden vor. Außerhalb der Andenkette und ihrer Fortsetzung nach Mittelamerika kommt nur B. edulis vor. B. ovallei (Syn. Leontochir) ist in einem kleinem Gebiet der Atacamawüste in Chile verbreitet (Grau 2000). Nur wenige Arten der beiden Gattungen kommen jeweils im Diversitätszentrum der anderen Gattung vor. Alstroemeria hat zwei Diversitätszentren, Zentralchile mit den angrenzenden Gebieten in Argentinien, und den Südosten von Brasilien. Das Verbreitungszentrum für Bomarea ist die Andenkette zwischen Kolumbien und Bolivien. In Mesoamerika kommen noch 7 Bomarea-Arten vor, in Argentinien 4 und in Chile ebenfalls 4. In Chile, vom äußersten Norden abgesehen, ist nur eine einzige Bomarea-Art, B. salsilla, weiter verbreitet und in Ostbrasilien auch nur eine Art, die weit verbreitete B. edulis. Die Mehrheit der Alstroemeria-Arten wächst in mehr oder weniger trockenen Habitaten, in der extrem trockenen Atacama Wüste gibt es eine annuelle Art, A. graminae (Bayer 1998). In Brasilien gibt es mehrere Arten die in Sümpfen wachsen. Einige Arten wachsen in Wäldern oder in höheren Lagen der Anden (Aker & Healy 1990). In den Nebelwäldern wächst keine einzige Alstroemeria-Art. In Peru kommen 2 – 3 Arten in den Lomas der Küstenwüste vor (Killip 1936), ein Habitat, in dem nur eine einzige Bomarea-Art wächst. Eine weitere Art, Alstroemeria violacia, kommt in mittleren Lagen in Ancash in Peru vor. Alstroemeria pygmea ist in Argentinien, Bolivien und Peru in den Hochlagen der Anden sympatrisch mit Bomarea, in Bolivien als einzige Alstroemeria verbreitet. A. pygmea ist die einzige Alstroemeria, die im ökologischen und geographischen Verbreitungszentrum der Gattung Bomarea vorkommt, sie ist innerhalb der Gattung Alstroemeria so ungewöhnlich, dass sie von früheren Autoren in eine eigene Gattung gestellt wurde (Schickendantzia Pax.). Von Ecuador, Kolumbien und der Andenregion Venezuelas sind keine Alstroemerien bekannt. Die meisten Bomarea-Arten wachsen in Wäldern und Hecken in mehr oder weniger feuchten Gebieten, nur wenige Arten kommen in trockenen Anden-Tälern vor. Selbst wenn man Leontochir ovallei zu Bomarea zählt, ändert sich am generellen Bild sehr wenig. Es wachsen dann von ca. 100 Bomarea-Arten statt 2 – 3 Arten 3 – 4 Arten in Trockengebieten. Soweit bekannt, gibt es keine Art, welche in Sümpfen wächst.

Bomarea weigendii aus Peru
Gliederung in 4 Untergattungen
Untergattung Baccata Hofreiter (5 Arten)
Feddes Repert. 113: 7 – 8 (2002) S. 534. Typus B. allenii Killip Ann. Missouri Bot. Gard.xxxii, 16 (1945) [sub B. allenii] Windende Pflanzen mit aktinomorphen, hängenden Blüten. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die Frucht ist indehiszent mit einem dicken fleischigen Perikarp. Die Samen besitzen eine dünne, zarte Sarcotesta von weiß-grauer Farbe. Anhand des bisher untersuchten Herbarmaterials vertrocknen die Tepalen nach der Blüte und fallen schließlich ab. Die inneren Tepalen sind unguiculat. Die Infloreszenz ist ein lockerer Thyrsus. Die Arten dieser Untergattung findet man von Panama bis Ecuador in Höhen zwischen 50 m und 2000 m. Sie wachsen in sehr feuchten Wäldern, in Kolumbien z. B. in der Provinz Choco. Die Arten dieser Untergattung sind: B. carderi, B. bracteolata, B. diffracta, B. kränzlinii, und B. shuttleworthii. B. allenii ist ein Synonym zu B. carderi.

Bomarea formosissima aus Peru
Untergattung Bomarea s.str. Baker (79 Arten)
Journ. of Bot. 20: 202. 1882 Typus B. ovata (Cav.) Mirb. designatus Sanso & Xifreda Darwiniana, 33: 324. 1995 Untergattung Eubomarea (Pax) Killip Flora of Peru 1936 Sektion Eubomarea Pax In: Engler & Prantl (Hrsg.): Nat. Planzenfam. II. 5. 120. Berlin 1888 Überwiegend windende, selten aufrechte Pflanzen mit aktinomorphen oder leicht zygomorphen Blüten. Der Fruchtknoten ist immer unterständig. Die Frucht ist dehiszent (lokulicid). Die Samen besitzen eine kräftige rote, orange oder gelbe Sarcotesta. Zum Zeitpunkt an dem die Tepalen abfallen, sind sie, bis auf wenige Ausnahmen (B. tribrachiata, B. ovallei (Syn. Leontochir ovallei), teilweise B. ovata) noch farbig und relativ frisch. Die inneren Tepalen sind in Platte und Nagel unterteilt. Die Infloreszenz ist eine Dolde oder ein Thyrsus. Die Arten der Untergattung Bomarea sind am weitesten verbreitet, auch in Bezug auf die Höhenstufen. Sie kommen von Mexiko (23° N) bis Chile (40° S) in Höhen von 50 bis 4000 m vor. Sie sind dabei von 3 Ausnahmen abgesehen (B. boliviensis, B. ovata und B. stans) als windende Pflanzen auf Gebiete beschränkt in denen Gehölze vorkommen. B. ovallei ist windend, aber klettert in ihrem natürlichen Lebensraum über Felsen. Sie wachsen vor allem auf mehr oder weniger fruchtbaren Böden in Hecken und an Waldrändern. Trotz ihrer kräftigen Speicherwurzeln meiden sie dabei, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Trockenwälder. Die Untergattung wird von Baker (1888) in 4 Gruppen eingeteilt: Innere und äußere Tepalen gleichlang, Partialfloreszenzen unverzweigt. Innere und äußere Tepalen gleichlang, Partialfloreszenzen verzweigt. Innere Tepalen länger als die äußeren, Partialfloreszenzen unverzweigt. Innere Tepalen länger als die äußere, Partialfloreszenzen verzweigt. Es handelt sich dabei nicht um natürliche Gruppen. Killip (1935) hat diese 4 Gruppen übernommen und mit Namen versehen: Multiflorae für die erste Gruppe, Caldasianae für die zweit, Edulis und Vitellinae für die dritte und vierte der Gruppen von Baker. Er vermutet in seiner Arbeit selbst, dass es sich nicht um eine natürliche Einteilung handelt.

Bomarea involucrosa aus Peru
Untergattung Sphaerine (Herb.) Baker (12 Arten)
Journ. of Bot. 20: 201. 1882 Typus Bomarea distichifolia (Ruiz & Pavon) Baker designatus Sanso & Xifreda Darwiniana, 33: 330. 1995 Gattung Sphaerine Herb., Amaryll.: 67 & 106, 1837
Sektion Sphaerine Pax In: Engler & Prantl (Hrsg.): Nat. Planzenfam. II. 5. 121. Berlin 1888 Von einer Ausnahme abgesehen (B. coccinea) nicht windende Pflanzen mit aktinomorphen oder zygomorphen Blüten. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die Frucht ist indehiszent und auffallend gefärbt, meist orange. Die Samen besitzen eine dünne zarte Sarcotesta von weiß-grauer Farbe. Die inneren Tepalen bestehen aus Platte und Nagel. Die Arten dieser Untergattung kommen in Höhen von 1500 m bis 3900 m vor. Sie lassen sich in 3 Gruppen einteilen. Die Pauciflora-Gruppe und die Linifolia-Gruppe entspricht der nördlichen Gruppe, die Distichifolia-Gruppe der südlichen Gruppe in Hofreiter & Tillich (2002). Die Aufteilung der nördlichen Gruppe wurde durch die unterschiedlichen Fruchtmerkmale innerhalb dieser Gruppe nötig: Pauciflora-Gruppe: die Infloreszenz ist ein Thyrsus. An den Teilblütenständen sind stets Vorblätter vorhanden. Die Brakteen gleichen den normalen Laubblättern. Der Fruchtknoten ist oberhalb des Ansatzpunktes der Tepalen stets dicht behaart, unterhalb kahl. Der behaarte Teil des Fruchtknotens wächst bei der Fruchtreife überproportional stark, so dass die reife Frucht aus einer kahlen und einer behaarten Hälfte besteht. Die Position des Fruchtknoten in der Blüte ist aber im Gegensatz zur Position bei den Wichuraeen inferior. Die Tepalen fallen ab, wenn sie noch farbig und relativ frisch sind. Sie kommt von West-Venezuela bis Kolumbien nur im Páramo und Subpáramo vor. Die einzige Art dieser Gruppe ist die variable B. pauciflora. Linifolia-Gruppe: die Infloreszenz ist ein Thyrsus, der häufig zu einer Dolde reduziert ist. An den Teilblütenständen sind stets Vorblätter vorhanden. Die Brakteen der Primanblüten gleichen den normalen Laubblättern. Die Tepalen vertrocknen nach dem Verblühen und verbleiben an der reifen Frucht. Sie kommt von Kolumbien bis Bolivien in Höhen von 1800 m bis 3600 m vor. Das Zentrum ihrer Verbreitung ist Kolumbien und Ecuador, nur eine Art, B. pumila kommt bis Nord-Bolivien vor. Sie wachsen überwiegend in offenen Habitaten im Páramo, B. coccinea wächst im Inneren der Nebelwälder. Die Arten dieser Gruppe sind B. brachysepala, B. coccinea, B. hieronymi, B. linifolia und B. pumila
Distichifolia-Gruppe: die Infloreszenz ist stets eine Dolde. Die Brakteen sind klein, linealisch, blass bis rötlich und fallen meist früh ab. An den Teilblütenständen sind keine Vorblätter vorhanden. Die Tepalen werden abgeworfen, wenn sie noch relativ frisch erscheinen und gefärbt sind. Man findet die Arten vom südlichen Ecuador bis Bolivien in Höhen zwischen 1500 m und 3800 m. Das Zentrum ihrer Verbreitung liegt in Peru. Nur eine Art (B. distichifolia) kommt in Ecuador, und zwei kommen in Bolivien (B. brevis and B. distichifolia) vor. Die nördliche und südliche Verbreitungsgrenze dieser Gruppe wird von derselben Art erreicht, B. distichifolia. Die südliche Verbreitungsgrenze wird auch von B. brevis erreicht. Sie wachsen in Nebelwäldern, überwiegend terrestrisch, gelegentlich aber auch epiphytisch. Die südliche Verbreitungsgrenze von Sphaerine ist die südliche Grenze der tropischen Nebelwälder. Südlich davon beginnt die Region der Tucumanisch-Bolivianischen Wälder (Hueck 1966). Die Arten dieser Gruppe sind B. brevis, , B. huanuco, B. foertheriana, B. distichifolia, B. nervosa, und B. secundifolia.

Bomarea macusani aus Peru
Untergattung Wichuraea (M. Roemer) Baker (18 Arten)
Journ. Bot. 20: 201 1882 Typus Bomarea involucrosa (Herb.) Baker designatus Sanso & Xifreda Darwiniana, 33: 328. 1995 Gattung Wichuraea M. Roemer, Fam. Nat. Syn. Ensat. 4: 277. 1847 Gattung Collania Herb., Amaryll.: 67 & 103, 1837 not J. A. & J. H. Schultes, 1830 Sektion Wichuraea Pax In: Engler & Prantl (Hrsg.): Nat. Planzenfam. II. 5. 120. Berlin 1888 Aufrechte oder windende Pflanzen mit aktinomorphen, hängenden Blüten. Der Fruchtknoten ist stets halbunterständig, die Frucht dehiszent (lokulizid). Die Samen besitzen eine kräftige rote Sarcotesta. Die Tepalen vertrocknen nach der Blüte und verbleiben an der reifen Frucht. Die Infloreszenz ist ein Thyrsus, der bei schwächeren Exemplaren zur Dolde verarmen kann. An den Teilblütenständen sind stets Vorblätter vorhanden. Die Arten dieser Untergattung können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die Glaucescens-Gruppe entspricht der nördlichen Gruppe, die Dulcis-Gruppe der südlichen in Hofreiter & Tillich (2002): Glaucescens-Gruppe: Die Arten dieser Gruppe kommen von Nord-Ecuador bis Zentral-Peru in Höhen zwischen 2500 m und 4000 m vor. Das Zentrum ihrer Verbreitung ist Nord- und Zentral-Peru. Morphologisch sind die Arten dieser Gruppe durch die unguiculaten inneren Tepalen charakterisiert. Der Fruchtknoten ist halbunterständig, ein Drittel bis die Hälfte der reifen Frucht entsteht aus dem Bereich des Fruchtknotens oberhalb des Insertionsbereichs der Tepalen und Staubblätter. Die Blüten sind 2 – 3 cm lang, das heißt klein verglichen mit manchen Arten der Dulcis-Gruppe. Nur eine Art dieser Gruppe wächst stets aufrecht (B. glaucescens). B. vargasii wächst meist aufrecht, aber es gibt gelegentlich auch windende Pflanzen. Die anderen 5 Arten wachsen windend sowohl in offen Habitaten in Hecken und kleinen Sträuchern als auch innerhalb von Nebelwäldern. Zwei der windenden Arten (B. chimboracensis, B. porrecta) bilden häufig auch aufrechte Sprosse, falls keine Sträucher vorhanden sind. Die Arten dieser Gruppe sind B. albimontana, B. chimboracensis, B. engleriana, B. glaucescens, B. libertadensis, B. peruviana, B. porrecta, B. vargasii und B. torta. Dulcis-Gruppe: Die Arten dieser Gruppe kommen von Zentral-Peru bis in den Norden von Argentinien und Chile in Höhen zwischen 3000 m und 5200 m vor. In Argentinien steigen sie bis in Höhen von 1800 m herab. Das Zentrum ihrer Verbreitung sind die Kordilleren um Cusco und die Cordillera Blanca. Dies sind beides Gebiete mit vielen hohen Bergketten. Bei dieser Gruppe handelt es sich um die am höchsten aufsteigenden Pflanzen innerhalb der Gattung Bomarea. Morphologisch unterscheiden sich die Arten dieser Gruppe durch die spatelförmig zur Basis hin verschmälerten inneren Tepalen. Dies ist ein auffälliger Unterschied, den alle anderen Bomarea Arten haben unguiculate innere Tepalen. Der Fruchtknoten ist halbunterständig, die reife Frucht besteht zur Hälfte bis zu zwei Drittel aus dem Teil, der oberhalb der Insertion der Tepalen und Staubblätter entsteht. Die Länge der Blüten reicht von 2 cm bis 11,5 cm. Die meisten Arten dieser Gruppe wachsen aufrecht, nur B. bracteata, B. longistyla und B. parvifolia sind stets windend. B. dulcis kann aufrecht oder windend wachsen. Bei vielen Arten ist die Variabilität innerhalb einer Population erstaunlich hoch, besonders bei den Merkmalen Wuchshöhe, Anzahl der Blüten und Form der Blätter. Dies hatte eine hohe Zahl von Synonymen zur Folge. Viele Arten wurden aufgrund eines einzelnen Herbarbelegs beschrieben, bei B. dulcis hat dies zu 14 Synonymen geführt. Die Arten dieser Gruppe sind B. ampayesana, B. andimarcana, B. bracteata, B. dulcis, B. involucrosa, B. longistyla, B. macrocephala, B. parvifolia und B. velascoana.
Bomarea linifolia aus Kolumbien


















