Nachbarschaftshaus Gostenhof, Nürnberg
10. März 2012, 10.30-16.00 Uhr
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„Wir wollen die Mobilität von morgen und für morgen“
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Zeichnung von Christiane Pfohlmann www.pfohlmann.de
Gersthofen hat den gammeligsten Bahnhof in Bayern!
Mit einem Wettbewerb habe ich mich auf die Suche nach dem gammeligsten
Bahnhof in Bayern begeben. Aus 15 Einsendungen wurde von meinen Mitarbeitern
und mir der Bahnhof im schwäbischen Gersthofen ausgewählt.
Da gleich drei Einsender diesen Bahnhof unabhängig voneinander
vorgeschlagen haben, dürfen sich nun alle über den ersten
Preis, eine Bahnfahrt nach Berlin, freuen.
Die Entscheidung ist uns indes sehr schwer gefallen. Auch die Bahnhöfe
Kempten-Ost, Geltendorf und München-Laim wurden uns in einem
bedauerlichen Zustand präsentiert. Dafür gibt es einen
zweiten Preis.
Ebenfalls besonders miserabel stellt sich der Bahnhof Nabburg dar.
Für eine besonders engagierte Beschreibung erhält die Einsenderin
dieses Bahnhofs Nabburg einen Sonderpreis.
Daher sind auch die EinsenderInnen dieser Bahnhöfe herzlich
eingeladen, nach Berlin zu fahren.
Auf dieser Seite können Sie sich einen Eindruck vom Zustand
der gammeligsten Bahnhöfe Bayerns verschaffen.
1. Preis Gersthofen
Der Bahnhof der Stadt Gersthofen (20´000 Einwohner) bei Augsburg - der reichsten Gemeinde im Landkreis- , im Volksmund auch "Somaliabahnhof" genannt, weist eine enorme Mängelliste auf.- Toiletten: Fehlanzeige
- Behindertengerechte Zugänge: Fehlanzeige
- Mangelhafter Schutz vor Regen und Wind
- Aushänge und Fahrgastinformationen: Sehr mangelhaft
- Zustand des Bahnhofsgebäudes: Erschreckend bis abstoßend
- Parkplätze für PKWs sind nur beschränkt vorhanden
- Keine Info-Anzeigetafeln, somit unzureichende Informationen bei Verspätungen
- Kein öffentliches Telefon, um z.B. ein Taxi zu rufen
- Keine Informationen über Anschlussverbindungen (mit Bus)
- Ortstafel zur Orientierung für nicht Einheimische fehlt
- Keine Beleuchtung, wenn man zum Auto oder zur Straße geht
- Lediglich ein Fahrkartenautomat, das heißt, man muss nach dem Fahrkartenkauf bei einer Fahrt Richtung Augsburg durch die Unterführung rennen. Dadurch laufen oft eilige Reisende über die Gleise und gefährden sich selbst.

Fernsehbericht bei Augsburg TV
2. Preis a) Ost-Bahnhof in Kempten
Man mag es kaum glauben, aber an diesem verwahlosten Bahnhof halten tatsächlich noch Züge. Hier handelt es ich um die Nahverkehrsverbindungen zwischen Kempten (HBF) und Ulm bzw. Memmingen. Ausser den Schienen und dem Bahnsteig fehlt hier alles, was eine Haltestelle ausmacht. Bis auf einen einzelnen Fahrkartenautomaten. Wetterschutz? Fehlanzeige! Fahrradständer? Fehlanzeige! Und Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität stehen in Kempten-Ost vor enormen Hindernissen. Ihnen bleibt nur das Auto zum Hauptbahnhof in Kempten.

Presse: Kreisbote Kempten, 08.12.2010
2. Preis b) München-Laim
Der S-Bahnhof Laim liegt an der Münchner Stammstrecke, der meistbefahrenen Bahnstrecke Deutschlands, genutzt von vielen Zehntausenden Fahrgästen Tag für Tag.
Es gibt nur eine lückenhafte Überdachung. Die Treppen sind mit Stahlwinkeln gesichert/ausgebessert, ebenso die Bahnsteigkanten. Die Stahlwinkel erweisen sich mehr als Stolperstellen, denn als Verbesserung. Viele Lampen sind häufig defekt, so dass Treppenanlage, Bahnsteig oder Bahnsteigtunnel von Gleis 1 zu Gleis 2/3 viel zu oft finster sind. Schmutzig ist die gesamte Bahnhofsanlage ohnehin.
Die Aufzüge sind zumeist defekt oder als Toilette missbraucht. Die Toilette spart sich die DB seit kurzem auch hier, anstatt sie zu sanieren. Trotz öffentlichem Protest. Sitzbänke sind teilweise verbogen, der Gesamteindruck dieses intensiv genutzten Haltepunkts ist erbärmlich.

2. Preis c) Geltendorf
Der Zustand des Bahnhofs Geltendorf wird immer unzumutbarer. Keine Toiletten, aus den "Dächern" strömt bei Regen das Wasser, die Sitzbänke sind außerhalb des überdachten Bereichs und auch die Treppen und die Unterführung sind von Wassereinbrüchen, im Winter dann auch Eis, heimgesucht. Dazu eine stark schwankende Qualität der Fahrgastinformation bei Abweichungen vom Fahrplan bzw. beim Eintreffen eines Zuges.
Presse: Landsberger Tagblatt, 01.12.2010
Sonderpreis für engagierteste Einsendung Nabburg

Aus der Wettbewerbsauslobung:
175 Jahre Eisenbahn in Deutschland. Die Bahn AG feiert sich als
modernste und beste Bahn in Europa.
Die meisten Bahnhöfe auf Bayerns Nebenstrecken geben wenig
Anlass zum Jubeln: keine Toiletten, kein Fahrkartenschalter, kaum
Schutz vor Regen und Wind, keine behindertengerechten Zugänge,
wenig Aushänge und Fahrgastinformationen. Wände und Scheiben
sind verschmiert und verdreckt. Das leere Bahnhofsgebäude
steht zum Verkauf. PKW-Stellplätze sind knapp, die wenigen
Fahrradstellplätze reichen nicht aus und durch das verrostete
Dach tropft der Regen. Zwischen den buckligen Asphaltflächen
sprießen Unkraut und Gehölze, seitlich liegt allerlei
Abfall im Gestrüpp.
Gleichwohl berechnet die DB AG beispielsweise am Bahnhof Donauwörth
laut ihrer Stationspreisliste 2010 pro Zughalt Euro 10,81. Bei
durchschnittlich 145 Zughalten an einem Werktag sind das Euro 1.567,45
pro Tag. Hochgerechnet auf das Jahr inkl. vermindertem Zugverkehr
an Sonn- und Feiertagen rund eine halbe Million Euro. Gleichwohl
sieht sich die Bahn an diesem und anderen Bahnhöfen nicht
in der Lage, eine Minimalversorgung an sauberen und funktionstüchtigen
Toiletten oder einen behinderten gerechten Zugang zu gewährleisten.
Das soll sich ändern! Mit dieser Aktion möchte ich Druck
machen für mehr Investitionen in Bayerns Bahnhöfe.
Der gammeligste Bahnhof in Bayern wird mit einer öffentlichkeitswirksamen
Aktion preisgekrönt.
Anfrage von Dr. Toni Hofreiter an die Bundesregierung zur Städtebaulichen Bedeutung von Bahnhofsgebäuden.
Nachtrag - Kempten-Ost aufgehübscht!
Mit Mitteln des Konjunkturpaketes wurde der Bahnhof Kempten-Ost etwas modernisiert, sodass nun wohl auch Spekulationen über dessen Schließung erst einmal vom Tisch sein dürften: Mehr Infos...




















