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SUV - Sport Utility Vehicle

Wikipedia: "Ein Sport Utility Vehicle (abgekürzt SUV) ist ein Pkw mit ähnlichem Fahrkomfort wie eine Limousine, jedoch erhöhter Geländegängigkeit und optischen Anklängen an einen Geländewagen. Die Geländetauglichkeit ist sehr unterschiedlich von Modell zu Modell, manche SUVs verfügen nicht einmal über Allradantrieb, da SUVs vorwiegend im Stra ßenverkehr genutzt werden. [...]
SUVs, insbesondere der Oberklasse, stehen aus mehreren Gründen in der öffentlichen Kritik. Durch das höhere Gewicht und den höheren Luftwiderstand haben SUVs einen höheren Kraftstoffverbrauch als Limousinen mit vergleichbaren Fahrleistungen. Außerdem stellen SUVs ein erhöhtes Risiko für Unfallgegner dar. Für Fußgänger, besonders Kinder, erhöht sich das Verletzungsrisiko durch die hohe Fahrzeugfront; bei Kollisionen mit anderen PKW wird ein leichtes Fahrzeug durch ein schweres stärker in Mitleidenschaft gezogen. In der Schweiz gibt es unter anderem aus diesen Gründen seit Februar 2007 eine Initiative der Jungen Grünen, SUV-Fahrzeugen eine Neuzulassung zu verwehren und bereits zugelassene SUVs auf 100 km/h zu beschränken."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Sports_Utility_Vehicle

SUV sind schädlich, denn

  • sie belasten die Umwelt durch übermäßigen Spritverbrauch
  • gefährden durch ihre hohe Kühlerhaube Kinder und Radfahrer
  • sind durch ihr großes Gewicht bei einem Zusammenstoß gefährlich für Insassen anderer Fahrzeuge

Mit der wachsenden Verbreitung der SUV entwickelt sich der Fahrzeugmarkt in eine völlig falsche Richtung. Anstelle überdimensionierter Angeber-Autos brauchen wir sparsame, kleine und leichte Fahrzeuge für mehr Klimaschutz und mehr Sicherheit auf unseren Straßen. Die Autoindustrie muss gedrängt werden, ihre Produktentwicklung in dieser zukunftsfähigen Richtung voranzutreiben.

 

Spiegel Online: Neue ADAC-Studie: Geländewagen sind so gefährlich wie fahrende Mauern

Spiegel Online: Kampagne gegen Offroader: Schweizer Grüne wollen Monster-Geländewagen verbieten

Kampagne der Schweizer Jungen Grünen

Artikel aus Politik Sonntagsblitz, Harald Baumer, 6.7.2008

Fact Sheet Offroader, 15.08.2006

ADAC Test: Masseunterschied und Konstruktion von SUVs gefährden Insassen von Kleinwagen beim Zusammenstoß

 

 

 

Autos: Das Auto ist aber weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand, es ist ein Sinnbild für Stärke, für Reichtum und Modernität. Ein Auto zu besitzen, ist eine Prestige-Angelegenheit; welches Auto man be­sitzt, ist es noch viel mehr!

Der Tanz auf dem Vulkan!

von Steffi Leisenheimer

Mittlerweile scheint es fast keinen Autohersteller mehr zu geben, der nicht wenigs­tens ein SUV im Programm hat. SUV steht für die englische Bezeichnung Sports Utility Vehicle - eine Mischung aus PKW und Geländewagen. Immer öfter sieht man hier in Deutschland solche SUVs über die Straßen fahren, dabei gibt es in Deutsch­land keinen vernünftigen Grund, ein SUV zu fahren: die Straßen sind geteert! Nichts­destotrotz wächst hier ein Markt, von dem alle Autohersteller ein Stückchen ab haben wollen.

Wo bleibt die Diskussion um den Klimawandel?

SUVs verbrauchen enorm viel Benzin. Manchmal denkt man, es fände hier in diesem Land gar keine Diskussion um Klimaveränderung, CO2-Ausstoß und sprit­sparende Autos statt, auch wundert man sich, dass jeder Cent Benzinpreiser­höhung in den Nachrichten diskutiert wird, aber die Leute Autos fahren, bei denen die Kosten der Tankfüllung scheinbar keine Rolle spielen.

Es fährt zu Zeiten des Klimawandels wohl auch immer ein wenig das schlechte Gewissen mit, wenn man mit solchen Karossen unterwegs ist. Dagegen steht aber das scheinbar tolle Erlebnis, einen Hummer (oder ähnliches) zu fahren und einen Hauch von „American way of live“ zu erleben. Der Hummer ist mittlerweile eine Legende in Design und Leistung. Vom Militärfahrzeug hin zum extravaganten SUV hat das amerikanische Fahrzeug eine rasante Entwicklung durchlebt.

Was spiegeln diese Autos wider?

Man muss sich fragen, warum diese Autos einen immer größeren Marktanteil haben, warum die Menschen bereit sind, dafür mehr Geld auszugeben, als für jede andere Form der Mobilität. Welches gesellschaftliche Bild steht dahinter?

„Wie ein Mann Auto fährt, so möchte er sein“, konstatierte einst die italienische Schauspielerin Anna Magnani – da schließt sich mir schon die Frage an, was die Männer, die sich heute mit diesen Autos vergnügen, sein möchten!
Stellen unsere Autos das Spiegelbild unserer Gesellschaft dar? Was sagt uns das dann, wenn wir an die Enten der 70er Jahre und die „Funcars“ und SUVs von heute denken? Ist das Leitbild der Gesellschaft heute Rambo statt Ghandi? Ein Blick zu­rück kann vielleicht ein bisschen weiterhelfen:

    Eine Zeitreise ist tatsächlich interessant: Die Autos sind scheinbar wirklich das Spiegelbild der Gesellschaft:
  • 70er Jahre: Zeit der Hippies und der „Ente“ – das Auto personalisiert und emotionalisiert, viele Autos haben sogar Namen
  • 80er Jahre: alles wird „aufgeräumt“: die Hippies gibt es nicht mehr, die Haare sind geschnitten, die Musik wird cool, die Drogen synthetisch – und so werden dann auch die Autos: funktional, sauber, ohne klappernde Auspuffe
  • 90er Jahre: die Technikverliebtheit steht vor allem anderen!
  • 2000 er Jahre: wer was hat, zeigt, was er hat, martialisch, verschwenderisch und mit einer gewissen Arroganz…
    Fragt sich was die 2010er Jahre bringen!


Das Recht des Stärkeren!

Diese Fahrzeuge geben den Besitzern ein Gefühl für Macht, ja sie sind quasi ein Sinnbild für Macht und symbolisieren gleichzeitig Abgrenzung. Macht macht sexy! Ist es also mal wieder das, was die Männer reizt, wenn sie mit diesen riesigen, martia­lisch aussehenden Panzern durch die Gegend fahren? Oder kommt da noch dazu, dass Mann in einem solchen Auto auch automatisch Recht hat? Wie sagte schon Kurt Tucholsky: „Der Deutsche fährt nicht wie andere Menschen. Er fährt, um Recht zu haben.“
Die deutschen Autofahrer scheinen aber noch mehr zu brauchen, als nur das „Recht haben“, sie brauchen auch den Geschwindigkeitsrausch! In keinem anderen Indust­rieland der Erde gibt es das Recht auf Raserei auf der Autobahn, nur in Deutschland.
Dieses Recht des Stärkeren spiegelt sich in unserer Gesellschaft schon oft wider. Denn nur wer von Beginn an „stark“ ist, hat noch die Möglichkeit auf eine anständige Bil­dung, nur wer „stark“ ist, kann es sich noch leisten krank zu werden, bald kann sich nur noch der der „stark“ ist, auch Mobilität leisten. Unsere Gesellschaft und unsere Kultur werden im Moment in vielen Bereichen von dem Recht des Stärkeren geprägt. Da ist nicht mehr viel übrig von den Wünschen und Vorstellungen der 70er Jahre, von der Solidargemeinschaft entfernen wir uns immer mehr. Kein Wunder also, dass alle auf der Gewinnerseite stehen wollen und dann solche Autos fahren, wo tatsäch­lich nur der Stärkere überlebt. Da waren die Menschen in der Steinzeit ja noch kulti­viert dagegen!

Was einen fast noch mehr erschüttert, ist die Tatsache, dass immer öfter auch Frauen am Steuer dieser Autos zu sehen sind: wollen diese Frauen, wie oft auch im Ar­beitsleben, die Männer auf der Machoseite überholen?

Wo sind die normativen Grundwerte der Gesellschaft hin?

Sind unsere Werte dermaßen weit abgesunken, dass nur noch zählt, wer das grö­ßere Auto, die meisten PS und die tollste Geländegängigkeit hat? Wird dabei voll­kommen unwichtig, dass diese Autos mehr CO2 in die Luft jagen, als unserer aller Zukunft ertragen kann, dass diese Autos gefährlich sind für RadfahrerInnen und Kinder?
Wie heißt es bei Nissan in der Werbung so schön: „ der neue Nissan macht die Stadt zum Spielplatz!“. Gab es nicht mal eine Zeit, als Spielplätze für Kinder da waren? Oder die Werbung von Chevrolet für ihren neuen SUV: „Der neue Captiva sorgt mit seiner Ausstattung für die Extra-Portion Familienspaß!“ – unter Familienspaß stelle ich mir immer noch etwas anderes vor!

Alles nur Agonie?

Oder ist dieser Wahnsinn die Agonie des Autos? Spürt selbst die Autoindustrie, dass es nicht mehr so weitergehen kann und rafft sich nochmals zu angeblichen Höchstleis­tungen auf? Oder wollen wir Menschen diesen Tanz auf dem Vulkan? Vielleicht be­hält letztlich doch Kaiser Wilhelm II. recht, der einst meinte: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

 
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