Klimaschutz
Gentechnik in der Landwirtschaft
Die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist ein riskantes Spiel, bei dem außer den Saatgutkonzernen niemand gewinnen kann.
Das Auskreuzen von gentechnisch verändertem (GV) Pollen kann durch Sicherheitsabstände, wie sie derzeit diskutiert werden, nicht verhindert werden. Maispollen werden durch Wind bis 600 Meter weit transportiert. Und Bienen haben einen Aktionsradius von mehreren Quadratkilometern. Das heißt, dass eine Koexistenz von Biobauern, gentechnikfreier Imkerei und GT-Landwirtschaft nicht möglich ist. Sogar in Kanada mit seinen wesentlich größeren Feldern ist es nicht mehr möglich, gentechnikfrei zu wirtschaften.
Bauern, die GV-Saatgut aussäen, begeben sich in die Abhängigkeit von Saatgutkonzernen. Durch die Lizenzgebühr verteuert sich das Saatgut. Der Erfolg bleibt jedoch meist schon nach kurzer Zeit aus. Pflanzen, die gentechnisch resistent gegen einen bestimmten Schädling gemacht wurden, werden empfindlicher gegen andere Schädlinge. Die GV-Resistenz ist zudem meist nur ein paar Jahre wirksam. Dann haben sich die Schädlinge angepasst und sind schwieriger zu bekämpfen als zuvor. Durch die GV-Resistenz gegen Pestizide entstehen Superunkräuter, die mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr bekämpft werden können.
GVO sind nicht harmlos. Der gegen den Maiszünsler resistente BT-Mais enthält in allen Pflanzenteilen ein Insektizid, das ursprünglich aus einem Bakterium stammt. Dieses Insektizid reichert sich in der Nahrungskette an und beeinträchtigt das Ökosystem im Boden. Auch Nützlinge wie Schmetterlinge und Florfliegen werden durch dieses Insektizid geschwächt. Bei Fütterungsversuchen mit Bt-Mais wurden Ratten an Leber und Nieren geschädigt. Trotzdem wurde dieser Mais zum menschlichen Verzehr zugelassen.
Der Umgang mit GVO ist also ein Spiel mit dem Feuer. Die geplante Änderung des Gentechnik-Gesetzes öffnet jedoch der GT-Landwirtschaft Tür und Tor, auch wenn Minister Seehofer das Gegenteil behauptet.
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