Kultur und Mobilität: beides schafft Verbindungen!
Bayern-Tour vom 14.-18. Mai 2012
mit Agnes Krumwiede und Toni Hofreiter
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Straßenbauprojekte

B 26neu


Sachstand

Als „Westumgehung – B26neu“ wird die geplante Straße zwischen der A 7 am Autobahndreieck Werneck und der A 3 bei Helmstadt bezeichnet. Es gibt hierbei verschiedene Möglichkeiten der Trassenführung. Zum einen durch einen sog. Mittelkorridor von Arnstein bis Karlstadt, zum anderen eine sog. Nord-Süd-Kombilösung.
Westumgehung – B26neu
Quelle: Verkehrsinvestitionsbericht 2008, Bundestagsdrucksache 16/11850

Obwohl Bundesstraße 26neu genannt, wird eine vier- oder mehrstreifige Straße mit Standstreifen und Mittelstreifen geplant. Also quasi eine richtige Autobahn mit 45 km Länge und einem Flächenbedarf von 90 Hektar. Laut Straßenbauamt sollten mit dem Neubau folgende Ziele erreicht werden: Verbesserung der Erschließung des autobahnfern liegenden Landkreises Main-Spessart, Entlastung der Bundesautobahnen A 3 und A 7, des Bundes- und Staatsstraßennetzes und schließlich eine Entlastung des Stadtgebiets Würzburg von unerwünschtem Abkürzungsverkehr.
Die Planung der Straße ist zweigeteilt, wobei der Abschnitt zwischen Karlstadt und dem Autokreuz Werneck im Vordringlichen Bedarf steht und der Abschnitt Würzburg West – Karlstadt im weiteren Bedarf mit Planungsrecht.



Grüne Positionen

Derzeit werden die Kosten auf 380 Millionen € geschätzt, ohne Anschlussbauwerke und Zubringerstraßen. Realistischer sind 500 Millionen und mehr. Eine enorme Verschwendung von Steuermitteln! Der bei der Umweltverträglichkeitsprüfung festgestellte sehr hohe Raumwiderstand würde sich auf die Kosten gravierend auswirken! Technische Bauwerke z.B. für den Trinkwasserschutz bedeuten zudem langfristig erhöhte Unterhaltskosten. Mit einer Verbesserung der Erschließung autobahnferner Landkreise soll immer wieder die Arbeitsmarktsituation vor Ort verbessert werden. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass dies nicht der Fall ist.

  • Die Stadt Würzburg würde durch die B26n verkehrlich nicht entlastet! Eine Entlastung wäre wirksamer mit einem Durchfahrverbot von Schwerlastverkehr.
  • Neue Straßen bringen immer auch neuen Verkehr! Entlastung bestehender Straßen erreicht man besser durch Tempolimits, zeitweise Zuschaltung von Standstreifen etc.
  • Der Flächenverbrauch, gerade in landschaftlich wertvollen Gegenden lässt sich keineswegs durch die vermeintlichen Vorteile der Straße rechtfertigen.
  • Die B26n dient im Wesentlichen nur dem Transitverkehr, nicht aber, wie von Befürwortern immer gern behauptet, der Region. Selbst teure Zubringerstraßen, z.B. nach Lohr, die nicht in den Kosten enthalten sind, ändern dies nicht. Der bayerische Landesentwicklungsplan sieht für den Raum MSP keine Entwicklungsachse entlang einer B26n vor, sondern entlang der bisherigen B26, die aber einen völlig anderen Verlauf hat und im Gegensatz zur B 26n Erschließungsfunktionen erfüllen kann!


Weiterführende Links

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage:
Bundesverkehrswegeplan - Fragen zum Planungsstand bei der B 26n

Verein Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung (B26n):
http://www.msp-autobahn.de/

Verkehrsgutachten zur B26n des staatlichen Bauamtes:
http://www.stbawue.bayern.de/strassenbau/projekte/b0026n.php

Zur Wirtschaftsinvestition Straßenbau:
http://www.toni-hofreiter.de/faltblaetter/broschuere-11-9-2007-neu.pdf

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