Kultur und Mobilität: beides schafft Verbindungen!
Bayern-Tour vom 14.-18. Mai 2012
mit Agnes Krumwiede und Toni Hofreiter
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Straßenbauprojekte

A99 Südumgehung

Sachstand

Die Planungen für einen geschlossenen Autobahnring rund um München reichen bis in die 1930er Jahre zurück. Beginnend in den 1970er Jahren wurde die A 99 vom Autobahnkreuz München-Süd im Osten, Norden und Westen um München herum gebaut und mit den Autobahnen A 8, A 9 und A 92, A 94 und A 96 verbunden.
Der A 99-Südring wurde 1975 aufgegeben und 1981 aus dem Bundesfernstraßenplan gestrichen. Doch als die CSU in der Stoiber-Ära begann, größenwahnsinnig zu werden, wurde das Projekt wieder ausgegraben und von der bayerischen Staatsregierung in den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2003 geschleust. Doch auf Betreiben der Grünen gelang es der rot-grünen Mehrheit im Jahr 2004, den A 99-Südring aus dem ausschlaggebenden Bedarfsplan zum Fernstraßenausbaugesetz zu streichen. Die CSU ließ nicht locker, und die Staatsregierung vergab 2006 eine Machbarkeitsstudie zum Autobahn-Südring. Das bedeutete: 660.000 Euro Steuergelder rausgeschmissen nur um eine Autobahn zu prüfen, wofür bereits per Bundesgesetz „Kein Bedarf“ festgestellt worden war.

(Quelle: 3. Zwischenbericht Machbarkeitsstudie)

 

Grüne Position

Der A99-Südring ist verkehrlich nicht notwendig. Selbst der damalige Präsident der Autobahndirektion Woltereck hielt den Direktverkehr von der Salzburger zur Lindauer Autobahn für überschaubar. Für den Münchner Norden und Osten brächte die Schließung des Autbahnrings keine Entlastung, wie vielfach, auch von der SPD, behauptet wird. Der Grundsatz: „wer Straßen sät wird Verkehr ernten“ gilt auch hier. Neue Straßenkapazitäten, inbesondere im Ballungsraum, erzeugen neuen Verkehr, bis die Kapazitäten wieder erschöpft sind. Die Garmischer Autobahn A 95 ist sozusagen die Ausflugsautobahn des Ballungsraums München, sie hat praktisch keine Bedeutung für den Fernverkehr und muss daher auch nicht zwingend an den Autobahnring angebunden werden.

In ökologischer Hinsicht ist das Projekt ein Desaster. Der Autobahn-Südring bedroht nicht nur 5 Mio qm Wald mit einmaligen Natur- und Erholungsgebieten wie Würmtal und Isartal. Er zerschneidet und entwertet auch weitere Lebensräume durch Lärm und Abgase. Er verstärkt den Siedlungsdruck und verursacht zusätzlichen Verkehr. Die Raumwiderstandsanalysen der bisherigen Zwischenberichte der Machbarkeitsstudie beschreiben den Raum bei genauer Lesart als unpassierbar. Die Autobahn ist weder mit dem Isartal noch mit den hochwertigen Naturräumen in den Wäldern vereinbar.

Die Kostenschätzungen im 3. Zwischenbericht der Machbarkeitsstudie schwanken zwischen 400 Mio. und 1,4 Mrd. Euro, je nach Variante. Die rein oberirdische "Billigvariante" für kaum zu glaubende 400 Mio. Euro ist zugleich die umweltschädlichste. Man fragt sich, ob damit ahnungslose Haushaltspolitiker überzeugt werden sollen? Abgesehen davon, dass die üblichen Kostensteigerungen noch dazu kommen würden, ist jeder Euro für eine Autobahn südlich München in welcher Variante auch immer eine Fehlinvestition! Angesichts des riesigen Wartungsrückstands bei bestehenden Bundesfernstraßen und den Finanzierungsschwierigkeiten des Bundes wäre der A99-Südring ein auch finanziell unverantwortbares Vorhaben.

 

Weiterführende Links

BIs gegen den Südring:
www.kein-suedring.de
www.bb-sd.de/autobahn.htm

Autobahndirektion
www.abdsb.bayern.de/projekte/ auf dieser Seite sind auch die Zwischenberichte zur Machbarkeitsstudie zu finden.

 

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