Kultur und Mobilität: beides schafft Verbindungen!
Bayern-Tour vom 14.-18. Mai 2012
mit Agnes Krumwiede und Toni Hofreiter
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Luftverkehrsprojekte

3. Startbahn Flughafen München

Sachstand

Die Flughafen München Gesellschaft (FMG) möchte eine dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen bauen. Ziel ist, die Kapazitäten zu erhöhen. Die FMG will zu den fünf großen europäischen Luftfahrtkreuzen aufschließen und eine interkontinentale Drehscheibe werden, obwohl der Flughafen bislang nur als Ersatz für den alten Münchner Flughafen in Riem konzipiert war. Die Kosten des Bauvorhabens sind noch unklar.
Neben erheblichen Auswirkungen für Natur- und Umwelt, einem zu erwartenden Anwachsen der Fluglärm- und Straßenverkehrsbelastung müssen die Dörfer Eittinger Moos und Schwaigermoos müssten abgesiedelt werden (400 Einwohner), der Freisinger Stadtteil Attaching (16.000 EW) sowie das Freisinger Naherholungsgebiet Stoibermühle wären erheblich beeinträchtigt .
Die Bedarfsprognose 2020 der Firma Intraplan, die von der Flughafen GmbH in Auftrag gegeben wurde, geht von 55,8 Millionen Passagieren und 610 000 Bewegungen im Jahr 2020 aus (2004 gab es 26,8 Millionen Fluggäste und 383 000 Starts und Landungen) und begründet damit die gigantischen Ausbaupläne. Voraussetzung für das Wachstum sind laut Gutachter: Die Kerosinpreise bleiben auf den Niveau von 2004, die Weltwirtschaft wächst bis 2020 kräftig und es erfolgen keine grundsätzlichen Änderungen bei den verkehrs- und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen. Tatsächlich ist der Luftverkehr im Zuge der Wirtschaftskrise 2008 erheblich eingebrochen.
Das Raumordnungsverfahren ist abgeschlossen, das Planfeststellungsverfahren läuft derzeit. Die öffentliche Erörterung der 60.000 Einwendungen im Planfeststellungsverfahren ist abgeschlossen.

Grüne Position

Die Grünen fordern einen Verzicht auf den Bau der dritten Start- und Landebahn. Die Progonosen, auf denen die Wachstumszahlen des Flugverkehrs beruhen, sind illusorisch. Eine Neuberechnung mit realistischen Zahlen ist dringend erforderlich.
Durch Effizienzsteigerungen und durch Verzicht auf Kurzstreckenflüge (Nürnberg, Salzburg, Stuttgart etc.), die derzeit einen erheblichen Anteil der Start- und Landekapazitäten belegen, können wesentlich höhere Passagierzahlen als bisher mit den bestehenden beiden Bahnen abgewickelt werden.
Ein Ausbau der Luftfahrtinfrastruktur ist eine Investition in das klimaschädlichste Verkehrsmittel. Aus Klimaschutzgründen müssen Investitionen in umweltfreundliche Verkehrsmittel gelenkt werden.

Weiterführende links

Pressemitteilung 05.05.2010

 

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