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Helmholtz-Zentrum München war 45 Jahre lang Mitglied in Lobbyverband für Atomkraft
Der Bundestagsabgeordnete der Grünen aus dem Landkreis München, Dr. Toni Hofreiter MdB, hat mittels einer Anfrage an die Bundesregierung erfahren, dass das Helmholtz-Zentrum München (vormals Gesellschaft für Strahlenschutz und Umweltforschung GSF in Neuherberg-Oberschleißheim bei München) 45 Jahre lang Mitglied der Atomkraft-Lobbyorganisation "Deutsches Atomforum e.V." gewesen ist. Erst kürzlich wurde die Mitgliedschaft beendet, mit dem Argument, dass das Helmholtz-Zentrum nun nicht mehr für das vermeintliche Skandal-Lager Asse zuständig sei.
Dr. Toni Hofreiter erklärt hierzu: "Die Mitgliedschaft der früheren GSF im Deutschen Atomforum ist skandalös. Eine Forschungseinrichtung der öffentlichen Hand, die eigentlich für den Schutz vor Radioaktivität und für die Erforschung eines sicheren Endlagers sorgen sollte, unterstützte jahrezehntelang eine Lobbytruppe, die in Politik und Öffentlichkeit Stimmung pro Atomkraft macht. Mich interessiert nun, wieviel öffentliche Gelder von der GSF bzw. dem Helmholtz-Zentrum an das Deutsche Atomforum gezahlt worden sind."
Das Deutsche Atomforum ist unter anderem damit in Erscheinung getreten, dass sie Atomenergie als umweltfreundlich darstellen wollte. Dafür wurde sie verdientermaßen mit dem Greenwashing Award für irreführende Werbung "ausgezeichnet".
Das Bundesumweltministerium hat den Verband als "Propagandazentrale der Atomkonzerne" bezeichnet, der "für das bewußte Verschweigen, Verdrängen und Verharmlosen der Gefahren, die mit der kommerziellen Nutzung der Atomenergie verbunden sind", steht.(1)
Ferner kritisiert das Bundesamt für Strahlenschutz die Lobbyorganisation für ihre irreführende Aussage, es gebe ein Endlage für radioaktive Abfälle. Dass dies nicht der Fall ist wird derzeit eindrucksvoll in der Asse dokumentiert, das Atommülllager, das bis vor kurzem just die GSF/Helmholtz-Zentrum München betrieben hat.
Toni Hofreiter: "So werden die Gründe für schockierende Schlamperei im Atommülllager Asse, die den Steuerzahler nun viele Milliarden Euro kostet, deutlicher. Offenbar ging es der GSF bzw. dem Helmholtz-Zentrum München weniger um wissenschaftliche Forschung zum Strahlenschutz und Endlagerung, sondern vielmehr um Lobbyarbeit pro Atomkraft."
Die Antwort der Bundesregierung auf die o.g. Anfrage finden Sie hier:
http://www.toni-hofreiter.de/dateien/Helmholz-Atomforum.pdf
(1) Quellenhinweis:
http://www.forumz.de/Default.asp?Menue=18&NewsPPV=5698
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