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Wohnungs und Verkehrspolitik für ALLE: Gender Mainstreaming als Planungsinstrument im öffentlichen Raum
Bettina Herlitzius MdB, Dr. Anton Hofreiter MdB
GENDER MAINSTREAMING ALS PLANUNGSINSTRUMENT
IM ÖFFENTLICHEN RAUM
Im Jahr 1988 entwarfen Grüne Frauen ein verkehrspolitisches Konzept von Frauen für Frauen. Sie warnten davor, dass der Autoverkehr und der Autozwang die Frauen diskriminiert und die Umwelt zerstört.
Wo stehen wir Grüne heute knapp 20 Jahre später?
Von einer Verkehrswende sind wir weiter entfernt denn je!
Gerade der Zugang zur „Mobilität“ symbolisiert wie kaum ein anderes gesellschaftliches Verhalten die unterschiedlichen Lebensentwürfe. Bestehende Unterschiede zwischen alt und jung, arm und reich, stark und schwach, klein und groß, Mann und Frau werden hier am deutlichsten und entscheiden über die Teilhabe am öffentlichen Leben. Gender Mainstreaming kann hier mehr Zugangsgerechtigkeit bewirken, indem Strukturen optimaler an den verschiedenen Bedürfnissen ausgerichtet und somit ein effizienterer Einsatz der Mittel erreicht wird. Es ist ein grünes Ziel, diesen Ansatz stärker in der Stadt- und Verkehrsplanung zu berücksichtigen.
Auch heute werden die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten noch durch die von Männern dominierte planerische Ausgestaltung der Wohnstätten, der Wohnumgebungen und des Verkehrs verstärkt. Verkehrsplaner lieben Autos! Auch wenn die weiblichen Führerschein- und Autobesitzerinnen stetig zunehmen, sind es vor allem die Frauen, Mädchen und alten Menschen in unserer Gesellschaft, die die Konsequenzen der autofokussierten Stadtplanung tragen müssen.
So hat sich zum Beispiel mit der steigenden Motorisierung für viele Menschen vor allen in den Klein- und Mittelstädten das Einkaufsverhalten geändert. Statt auf dem Heimweg notwendige Güter des täglichen Bedarfs zu erstehen, wird heute ein bis zweimal pro Woche ein Großeinkauf mit dem Auto getätigt und die Entfernung zum nächsten Geschäft spielt eine untergeordnete Rolle.
Unsere heutigen Siedlungsstrukturen erfordern vor allem in ländlichen Regionen ein Auto, um überhaupt den Alltag in erträglichen Zeithorizonten zu bewältigen. Viele dieser Fahrten könnten wir mit dem Rad, zu Fuß oder auch mit dem ÖPNV erledigen. Aber Radfahren in der Stadt ist vielen Menschen nicht sicher genug, das Radwegenetz lückenhaft, viele Kreuzungen gefährlich. Auch der ÖPNV ist unzureichend, kompliziert und wenig komfortabel gestaltet.
Wir werden die Zukunft neu denken müssen. Das Wohnen und die Mobilität der Zukunft werden weitgehend ohne fossile Energien auskommen müssen. Dieser Veränderungsprozess wird alle Teile der unserer Bevölkerung betreffen und kann nur erfolgreich gelingen wenn ALLE beteiligt werden. Gender Mainstreaming in der Stadt- und Verkehrsplanung ist dafür eine sinnvolle und notwendige Strategie.
Ganzes Dokument im pdf Format können Sie hier lesen:
Wohnungs und Verkehrspolitik für ALLE: Gender Mainstreaming als Planungsinstrument im öffentlichen Raum
Bettina Herlitzius MdB, Dr. Anton Hofreiter MdB
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