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Konzernprofite wichtiger als Gesundheit und Umweltschutz?
WTO setzt Gen-Food durch
Das Schiedsgericht der Welthandelsorganisation (WTO) hat einer Klage von USA, Kanada und Argentinien aus dem Jahr 2003 recht gegeben. Diese hatten der Europäischen Union vorgeworfen, mit dem EU-Moratorium gegen die Zulassung und Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) WTO-Recht zu verletzen.
Dr. Toni Hofreiter, Biologe und Mitglied des Deutschen Bundestags: "Die Entscheidung des WTO-Schiedsgerichts ist schwerwiegend und weitreichend. Der Gedanke der Vorsorge wird auf den Kopf gestellt. Nach den Forderungen der WTO muss vor einem Verbot oder einer Beschränkung der Zulassung eines GVO nachgewiesen werden, dass von diesem eine Gefahr ausgeht. Das ist eine Umkehrung der Beweislast. Agrokonzerne wie Monsanto, Bayer, BASF und Syngenta erhoffen sich riesige Gewinne aus dem Geschäft mit Gen-Food. Es ist ihre Aufgabe nachzuweisen, dass davon keine Gefahren auf Menschen, Tiere und Ökosysteme ausgehen. Da dies nicht möglich ist, muss der Schutz der Verbraucher und der Umwelt absolute Priorität genießen!"
Kurzfristig werden gentechnisch veränderte Lebensmittel aufgrund der transparenten Kennzeichnungsrichtlinie der EU keinen Einzug in die Regale der Supermärkte finden. Jedoch ist mit einer weiteren Klage aus den USA gegen genau diese Kennzeichnungsrichtlinie zu rechnen. Sollte auch diese Richtlinie zu Fall gebracht werden, wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit genommen, selbst zu entscheiden, was in ihrem Kochtopf landet und was nicht. Die Europäer lehnen die Agro-Gentechnik mehrheitlich ab, in den USA ist sie gängige Praxis. In Europa fordern inzwischen 172 europäische Großregionen darunter Oberösterreich und die Toskana das Recht, den Anbau von GVO zu verbieten.
Dr. Toni Hofreiter: "Handelsinteressen dürfen nicht über die Entscheidung der großen Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Parlamente gestellt werden. Die Grünen im Bundestag werden intensiv darauf dringen, dass sich die Bundesregierung im Rahmen der EU für eine Verteidigung der Kennzeichnungspflicht gegen die Angriffe der US-Agrarlobby einsetzt."
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