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Presseartikel vom 26.09.2007

"Gedenkstein hätte es auch getan"
Münchner Merkur

Landkreis - Die Finanzierung des Transrapid steht, hieß es gestern - nach einem Treffen von Ministerpräsident Edmund Stoiber mit Bahn und Industrie. Was sagen Landkreispolitiker und Betroffene?

Landtagsvizepräsident Peter Paul Gantzer (SPD) glaubt weiterhin nicht daran, dass die 37 Kilometer lange Strecke vom Hauptbahnhof zum Flughafen gebaut wird. ,,Das kommt mir vor, als ob Leute beim Notar einen Vertrag schließen, in dem Wissen, dass er nichtig ist", kommentierte Gantzer die Einigung.

Wenn die tatsächlichen Kosten auf den Tisch kämen, würden Siemens, ThyssenKrupp und die beteiligten Baufirmen noch einen Rückzieher machen.

Für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Toni Hofreiter ist der Magnetschweber ein Denkmal für den scheidenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.

,,Ein Gedenkstein für Stoiber hätte es auch getan." Und eine Finanzierungslücke bleibe, die Kostenschätzung von 1,85 Milliarden Euro beruhe auf veralteten Zahlen.

Die betroffenen Kommunen lehnen den Bau der Trasse weiter ab. Für Unterschleißheims Bürgermeister Rolf Zeitler (CSU) kam die Einigung dennoch nicht überraschend.

Er setzt nun auf die Klagen gegen die Baugenehmigung, mit der bis November zu rechnen sei. ,,Wenn vor Gericht der Hauch einer Chance besteht, das Projekt zu verhindern, werden wir diesen Weg gehen."

Die Nordallianz wird von einem Münchner Rechtsanwalt vertreten. ,,Es gibt viele Punkte, die bei einer Klage angreifbar sind", glaubt Oberschleißheims Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler (SPD): ,,Man kriegt Zustände, wenn man sieht, dass in den Transrapid Millionen fließen und anderswo der Freistaat seine Zuschüsse kürzt."

Als ,,großen Erfolg für den Standort Bayern" feiert dagegen der FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Zeil den ,,Durchbruch für den Transrapid".

Christian Klages aus Riedmoos, dessen Haus keine 50 Meter von der geplanten Trasse entfernt ist, kämpft seit fünf Jahren gegen den Schwebezug. Aufgeben will er nicht. ,,Jetzt geht es erst richtig los", sagt der 69-Jährige. Für den 3. November haben er und seine Mitstreiter zur Großdemo in München aufgerufen.

 

 

 

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