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Tempolimit einführen und sofort ein Kohlekraftwerk einsparen
Anlässlich unserer Kleinen Anfrage "Tempolimit auf deutschen Autobahnen für besseren Klimaschutz und mehr Verkehrssicherheit" (Drs.-Nr. 16/4958) erklärt Dr. Anton Hofreiter, Obmann im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung:
Unsere Kleine Anfrage zeigt, dass sich die Unvernunft der Bundesregierung ohne massiven öffentlichen Druck nicht brechen lässt. Daher begrüßen wir die Greenpeace-Kampagne "Tempo 120". Es kann nicht Unwissenheit, sondern nur die Macht der Autokonzerne sein, die bis ins Zentrum der Bundesregierung reicht.
In der Antwort (Drs.-Nr. 16/5063) auf unsere Anfrage heißt es, dass bei konstanter Fahrgeschwindigkeit "ein Mittelklasse-Otto-Pkw … bei 120 km/h ca. 6,5 l und bei 160 km/h ca. 10,5 l Kraftstoff" verbraucht und somit mehr Kohlendioxid produziert.
Die Einführung von Tempo 120 würde sofort zur Einsparung von 3,3 Millionen Tonnen CO2 führen. Das entspricht dem Jahresausstoß eines Steinkohlekraftwerkes. Auf die Frage wie schnell sich ein Tempolimit umsetzen ließe, folgt die Antwort: "Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen ist nicht geplant".
Das gleiche Spiel bei der Verkehrssicherheit: Angesprochen auf das Problem der Raser und Drängler, die mehrheitlich die gefährlichen Geschwindigkeitsdifferenzen erzeugen, antwortet die Bundesregierung: Ein Tempolimit "würde … keinen quantifizierbaren Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten." Stattdessen bezieht sich die Bundesregierung auf die Rechtslage und überlässt es den Fahrzeugführern, die ihre Geschwindigkeit den "Verkehrsverhältnissen anpassen" sollen.
12,4 Prozent der Verkehrstoten sterben auf Autobahnen. Dennoch gelten Autobahnen als sicher, ein Trugschluss: Da es keinen Gegenverkehr gibt, ist die hohe Geschwindigkeit das entscheidende Risiko.
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