Die Bahn AG feiert sich im Jubiläumsjahr als modernste und beste Bahn in Europa.
Die Realität sieht anders aus. Mehr Infos...
Neu: Gutachten zum industriepolitischen Nutzen des Transrapid
Kosteneinsparungen im Schiffsbau sollen Münchner Trasse rechtfertigen!
Dr. Toni Hofreiter: "Taschenspielertricks und Märchen aus 1001 Nacht"
Die Diskussion um die Münchner Transrapid-Strecke wrd immer absurder. Jetzt sollen angebliche Kosteneinsparungen im Schiffsbau die Investition von 2 Milliarden Euro in das Münchner Projekt rechtfertigen. Das Bundesverkehrsministerium hat bei den Professoren Baum und Maennig aus Köln und Hamburg ein Forschungsvorhaben in Auftrag gegeben, das den industriepolitischen Nutzen des Transrapid untersuchen sollte. Das Ergebnis liegt nun vor und weist dank einer Vielzahl hanebüchener Faktoren einen industriepolitischen Nutzen-Kosten-Faktor von 1,2 aus. Der volkswirtschaftliche Nutzen-Kosten-Faktor liegt nach den nicht minder absurden Berechnungen dieses Gutachtens bei 2,5.
Dr. Toni Hofreiter MdB, Obmann der Grünen im Ausschuss für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestags: "Die Berechnungen in dieser Untersuchung sind eine Mischung aus Taschenspielertricks und Märchen aus 1001 Nacht. Die Berechnungsgrundlagen sind veraltet, die Methodik strotzt vor Fehlern. Wir haben eine kritische Gegenrechnung mit dem selben Berechnungsschema gemacht, aber realistische Zahlen eingesetzt und einen industriepolitischen und einen volkswirtschaftlichen Nutzen-Kosten-Faktor von unter Null errechnet. Das beweists: der Bau der Transrapidstrecke in München ist unsinnig und volkswirtschaftlich schädlich."
Die Hauptkritikpunkte an dem Gutachten sind:
- Den Bock zum Gärtner gemacht: Die Berechnungen der kritisierten Untersuchung fußt auf Prämissen, die zum überwiegenden Teil völlig aus der Luft gegriffen bzw. Aussagen der Transrapid-Industrie entnommen sind. So würden angebliche Kosteneinsparungen durch technologische Spin-Off-Effekte beim Schiffsbau in Höhe von 472,4 Millionen Euro wesentlich dazu beitragen, die Münchner Strecke zu rechtfertigen! Das ist absurd, zumal der Transrapid keine künftige Neuentwicklung ist sondern einst im Emsland und auch in China bereits verkehrt. Dass diese und viele andere Aussagen interessengeleitet sind und einer kritischen Überprüfung unterzogen werden müssen, wird von den Autoren noch nicht einmal thematisiert, geschweige denn eingerechnet.
- Veraltete Information: Die Annahmen über die Exportchancen des Transrapid sind veraltet. Inzwischen ist keine einzige Transrapid-Strecke im Ausland im Gespräch. Nach Aussage der Autoren hat das auftraggebende Ministerium eine Aktualisierung der Zahlen unterbunden.
- Trotz Beschönigung sind Bau und Betrieb unwirtschaftlich: Bau: das industriepolitische Nutzen-Kosten-Verhältnis rutscht allein dadurch unter die entscheidende Zahl 1,0, wenn man die veralteten Projektkosten auf aktuelle Werte anhebt, die restliche utopische Berechnung aber unangetastet lässt. Betrieb: die kritisierte Untersuchung beweist, dass der reine Betrieb (ohne den Aufwand für den Bau) volkswirtschaftlich unsinnig ist.
- Unvollständige Information: Eine Reihe von Faktoren bleiben in der Untersuchung und der Gegenrechnung unberücksichtigt, die eine weitere deutliche Verschlechterung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses erwarten lassen: Wertminderung von Immobilien, Kostensteigerungen, Kapitalkosten...
- Zweifel der Autoren: Die Autoren der kritisierten Studie lassen zwischen den Zeilen versteckte Zweifel an den optimistischen Fahrgastprognosen der Machbarkeitsstudie anklingen. Ferner betonen Sie die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des chinesischen Transrapid, der weitgehend leer verkehrt.
Dr. Toni Hofreiter: "Den Befürwortern der Münchner Transrapid-Strecke scheinen die Argumente auszugehen. Anders kann man haarsträubende Absurditäten wie dieses Gutachten, das vermutlich auf Steuerzahlerkosten angefertigt wurde, nicht erklären. Zwar wurde das Werk bislang nicht veröffentlich, dennoch ist der Inhalt geeignet, die Bürgerinnen und Bürger auf grobe Weise zu verschaukeln."
- Das Gutachten "Industriepolitischer Nutzen des Transrapid" finden Sie hier (PDF, 153 Seiten, 6 MB)
- Die kritische Gegenrechnung unseres Büros finden Sie hier: (PDF, 100 KB)
?
Sie haben in dieser Angelegenheit eine Frage, Kritik oder weiterführende Vorschläge? Bitte wenden Sie sich an eines meiner Büros. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!
Sie haben noch nicht gefunden, wonach Sie suchten? Bitte nutzen Sie auch die Suchfunktion meiner Website oder die Suchfunktionen auf der Website des Deutschen Bundestages, sofern es sich um parlamentarische Drucksachen, Parlamentsprotokolle o.ä. handelt.









