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Umweltpolitik: Was geht?
Die Jugendumweltkonferenz der Bundestagsfraktion
Unter der Fragestellung "Umweltpolitik – was geht?" lud die grüne Bundestagsfraktion am 20. und 21 Oktober 2006 ökologisch interessierte junge Leute zur ersten Jugendumweltkonferenz in den Bundestag und über 200 Jugendliche kamen. Sie diskutierten mit Abgeordneten und ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und von Verbänden und Initiativen zwei Tage intensiv über Umweltpolitik.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. In neun Workshops sind Fragen zu Nachhaltigkeit, Wirtschaftentwicklung versus Umweltschutz, Globale Umweltpolitiken, demographischen Perspektiven, Stadtentwicklungspolitischen Fragen, Ernährungs- und Gentechnik sowie persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung debattiert worden.
Viele ordnungspolitische Vorschläge wurden entwickelt. Einige Beispiele: Die Begrenzung des Flugverkehrs und die Einführung einer Kerosinsteuer, die Zerschlagung von (Handels-)Kartellen und die Beachtung der ökonomischen Interessen der Kleinbauern, Aufklärung und Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte, Einrichtung von dezentralen Versorgungskreisläufen, Verstaatlichung der Energiekonzerne oder wenigstens der Netze, Streichung aller nicht-nachhaltigen staatlichen Subventionen, die Verlagerung von Geldern aus dem Verteidigungsministerium für Umweltschutz und nachhaltige Investitionen in der Landwirtschaft, den Stopp des Flächenverbrauchs, bessere finanzielle Ausstattung für den ÖPNV, neue Konzepte für eine nachhaltige Stadt oder mehr Bildungsinvestitionen.
Außerdem sind eine Reihe von Ideen generiert worden, was jeder und jede Einzelne für den Erhalt einer intakten Umwelt und gerechtere globale Strukturen tun kann. Zentrale Forderung war dabei, das Bewusstsein zu entwickeln, dass weniger mehr sein kann und dass Verzicht auf übermäßigen Konsum ein Gewinn an Lebensqualität bedeutet. Frau und Mann könnte ausschließlich fair-gehandelte Produkte kaufen, sich bewusst ernähren indem auf übermäßigen Fleischverzehr verzichtet und regional, saisonal und ökologisch konsumiert oder auf (teilweise) Selbstversorgung umgestellt wird, haltbare Waren billigen Schnäppchen vorziehen, den Stromanbieter wechseln und damit auf Strom aus Erneuerbaren Energien umsteigen, den persönlichen Energieverbrauch drosseln oder das Auto durch das Fahrrad ersetzen. Der Ausbau des Freiwilligen Ökologischen Jahres und das Engagement in Umweltgruppen oder politischen Jugendverbänden können dazu beitragen, das Umweltbewußtsein in der Gesellschaft insgesamt zu verbessern.
Im Rahmenprogramm der Konferenz waren insgesamt elf Inputreferate zu hören. Renate Künast, Fraktionsvorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, referierte über den stattfindenden Aufbruch für Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels, Achim Steiner, Executive Director des UN-Umweltprogramms begrüßte das Jugendengagement in einer Videobotschaft, die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Sylvia Kotting-Uhl forderte die Teilnehmerinnen auf, mutig und selbstbewusst für ökologische Ziele einzutreten, Gerwin Dreesmann, Direktor bei einem Unternehmen der EE-Branche beschrieb die ökonomische Dynamik der Erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Arbeitsplatzchancen für Nachwuchskräfte, Paula Riester, Bundessprecherin der Grünen Jugend, legte die ökologischen Thesen ihrer Organisation dar, Kai Gehring, jugend- und hochschulpolitischer Sprecher, forderte mehr Generationengerechtigkeit durch die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf allen politischen Ebenen, Dusan Skocir, Geschäftsführer der grünen Jugendpartei in Slowenien, analysierte die Hürden beim Aufbau einer ökologisch orientierten Partei im Transformationsprozess eines osteuropäischen Staates, Nadine Braun von der BUNDjugend berichtete von Jugenddelegationen in nationalen und internationalen Gremien, Kirsten Jörgensen von der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin sprach über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit verschiedener Wissenschaftsdisziplinen in der Umweltforschung, Wibke Seifahrt und Stella Reuther, Studentinnen der FH Eberswalde, stellten das Engagement des studentischen Vereins Alnus vor, der über Mitmach-Aktionen für Umweltschutz sensibilisiert und Patricia Taterra stellte die Initiative "We are what we do" vor, die in mehreren Ländern versucht, Menschen zum Engagement für die Umwelt zu motivieren.
Mit einem jungen Kreuzverhör ging die Konferenz zu Ende. Sylvia Kotting-Uhl und Kai Gehring stellten sich den Forderungen der KonferenzteilnehmerInnen und sagten zu, parlamentarische Initiativen für die Umsetzung zu ergreifen.
http://www.gruene-bundestag.de/cms/umwelt_natur/dok/154/154917.htm
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